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Ursache der Allergie: Eigentlich handelt es sich bei einer Allergie um eine Überreaktion des Immunsystems auf unschädliche Substanzen, also Allergene. Bei der sinnvollen Abwehr von pathogenen (krankheitserregenden) Stoffen wie Bakterien und Viren werden Abwehrstoffe (Antikörper) gebildet um die Eindringlinge unschädlich zu machen. Bei einer Allergie hingegen wird sozusagen mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Statt einem Vorteil bekommt der Allergiker nur die Nachteile seines übereifrigen Immunsystems zu spüren. Die Immunzellen (Mastzellen) schütten Unmengen von Histamin aus. Histamin erweitert die Blutgefässe, damit die Abwehrstoffe schneller zum Ort des Geschehens gelangen. Histamin verursacht in grossen Mengen aber auch Juckreiz, Gewebsschwellung und Übersekretion der Schleimhäute.


Diagnose: Meist reicht schon das Beschwerdebild der Patienten, um die Diagnose einer Allergie zu stellen. Der genaue Allergieauslöser kann durch Haut- und Blutuntersuchungen und sogenannte Provokationstests bestätigt werden. Beim   Prick-Test werden kleine Mengen der in Frage kommenden Allergene auf die Haut im Bereich des Unterarms aufgetropft und mittels kleinster Schnitte  in die Hautoberfläche transferiert. Nach wenigen Minuten lässt sich an Hand der Hautreaktion ablesen, ob man auf das jeweilige Substrat allergisch reagiert oder eben nicht. Beim Bluttest wird der spezifische Antikörper (IgE) auf das jeweilige Allergen quantitativ gemessen. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile betreffend Kosten und Aussagekraft.


Heuschnupfen: Mit einem Vorkommen bei 15-20% der Bevölkerung ist der Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) die  häufigste Allergieform. Der Heuschnupfen tritt häufig in Verbindung mit einer allergischen Bindehautentzündung (allergische Conjunctivitis) und seltener auch mit allergischem Asthma auf. Ursache sind sogenannte Inhalationsallergene:

  • Baumpollen (Februar bis Mai)
  • Gräser- und Getreidepollen (Mai bis August)
  • Kräuterpollen (August bis September)

Die betroffenen Patienten leiden unter einer verstopften Nase, wässrigem Schnupfen, Nies- und Juckreiz und geröteten, juckenden Augen. Die Allergiker-Karriere ist vielfältig: mit den Jahren kann es zu einer Abnahme der Beschwerden, zu einer Zunahme der Beschwerden und zu einem sogenannten Etagenwechsel (Asthma!) kommen.

Eine vollständige Allergenkarenz ist bei Inhalationsallergenen nicht möglich, da sie ja in der Luft vorliegen und beim Atmen unwillkürlich mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen und dort die allergische Reaktion auslösen. Hilfreich ist das Tragen einer Sonnenbrille, Entfernung von Bäumen und Sträuchern auf die nachweislich eine Allergie besteht aus dem eigenen Garten, Urlaub in pollenarmen Gebieten (Hochgebirge, Meer), Delegieren von Arbeiten mit hohem Allergenkontakt (Staubsaugen, Rasenmähen, Haustierställe ausmisten) und bei Hausstauballergie auch die „Hausstaubsanierung“ auf die später noch eingegangen wird.


Ganzjährige allergische Rhinitis: Im Gegensatz zum Heuschnupfen haben die Betroffenen während des ganzen Jahres allergische Symptome. Ursächlich sind ganzjährig vorkommende Allergene:

  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Schimmelpilze

Hausstaubmilben vermehren sich in feucht-warmem Klima zu Hunderttausenden und nisten sich gerne in Teppichen, Polstern und vor allem Betten ein. Nicht die Milbe selber, sondern ausschliesslich deren Ausscheidung löst die allergische Reaktion aus. Zur Verringerung der Allergenfrequenz sollte möglichst auf Teppiche und Vorhänge verzichtet werden und milbendichte Bett- und Matratzenbezüge verwendet werden.


Tierhaarallergie: Nicht die Tierhaare alleine, sondern deren Hautschuppen verursachen die Allergie. Vor der Anschaffung eines Haustieres sollte bei Atopikern (Menschen mit Neigung zur Allergie) eine Allergie auf das betreffende Tier ausgeschlossen werden. Ist ein Haustier auf welches ein Familienmitglied allergisch ist bereits vorhanden, sollte der direkte Kontakt reduziert werden: Haustiere sollten in jedem Fall aus den Schlafzimmern ferngehalten werden, die Fellpflege und das reinigen der entsprechenden Ställe sollte delegiert werden.


Therapie der Allergie: So wie bei einer Inhalationsallergie die Allergene über die Luftwege aufgenommen werden, kann man auch die entsprechenden Medikamente über die Atemwege zuführen. Es bieten sich also Nasensprays, Inhalationsformen und Augentropfen als Darreichungsform für Antiallergika an. Mastzellstabilisatoren verringern trotz Allergenkontakt die Ausschüttung des Histamins, welches die eigentliche allergische Symptomatik (Schwellung, Sekretion, Juck- und Niesreiz) auslöst Antihistaminika verhindern das Andocken der Allergene an die Rezeptoren der Mastzellen. Cortikosteroide verhindern die allergische Reaktion des Erfolgsorgans durch eine Suppression der allergischen Reaktion. Wenn topische (lokale) Massnahmen nicht ausreichen, können Antihistaminika auch systemisch - d.h. in Tablettenform - zugeführt werden.


Spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung): Ziel der Immuntherapie ist eine Normalisierung der Immunantwort auf Allergene. Einerseits nehmen die allergischen Symptome und somit der Medikamentenverbrauch unter Immuntherapie deutlich ab, andererseits kann ein Etagenwechsel (Ausbildung eines Asthmas zusätzlich zur allergischen Rhinitis) verhindert werden. Man unterscheidet die Subcutane Immuntherapie (SIT) und die sublinguale Immuntherapie (SLIT). Bei beiden Methoden wird das spezifische Allergen in niedriger Konzentration entweder gespritzt oder über die Mundschleimhäute zugeführt. Beide Methoden müssen regelmässig über rund 3 Jahre durchgeführt werden um langzeitigen Erfolg zu haben. Ausserdem gibt es noch die präsaisonale Immuntherapie, die nur für eine Saison wirksam ist, aber auch nur während 6 Wochen durchgeführt werden muss. Welche Methode geeignet ist, kann nur der Arzt entscheiden.


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